Eine Liveradiosendung.... Nur die Idee für den Titel "BITCHES BREW- ohne Miles Davis"
und exakt vier lange Tracks, die weder mit Jazz noch mit Miles Davis aus der Distanz etwas gemein haben, in dieser Sendung spielen zu wollen.
Dies ist die ganze Sendung....:
Der weisse Hai ist gut #13 Bitches Brew (2012-01-21) by reboot.fm
Dienstag, 24. Januar 2012
Die ganze Wahrheit über BITCHES BREW
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Mittwoch, 18. Januar 2012
Momenaufnahmen aus einem maskulinistischen Kellerloch 11
Dies ist erst einmal das Ende der ersten Staffel von "Momentaufnahmen aus einem maskulinistischen Kellerloch" . Eine zweite Staffel wird zu gegebener Zeit produziert. Alle Beteiligten der ersten Staffel haben sich eine Auszeit verdient.
Irgendwie habe ich mich nie für die Romane von Alain Robbe-Grillet interessiert, auch zu Alain Renais' LETZTE STUNDE IN MARIENBAD, nach einem Drehbuch von Robbe-Grillet , fehlte mir lange der Klick.
Über den Umweg der Lektüre von Pierre Klossowski: "Die Gesetze der Gastfreundschaft", sowie die neue Aufmerksamkeit für Adult Cinema im Jahrzehnt von Postporn, Proporn, Femporn, - bzw Arthaus Kino oder Literatur mit explizitem Sex, habe ich mich neu mit dem Filmemacher Alain Robbe - Grillet befasst, soweit seine Filme zu sehen sind. Web 2.0 macht es möglich. Sein Film TRANS EUROPA EXPRESS ist eine schmerzlich-schöne Erfahrung, weil es einem vor Augen führt, was ADULT FILM , ich meine aber gar nicht Porn, sondern Filme für Erwachsene (das heisst Filme, die einen Zuschauer erwachsen behandeln) sein kann: herrlich naiv-verspielt, bürgerliche Moral und Fantasie aneinander ausspielend, kindisch und komplex zugleich. Und pervers. Könnte heutzutage ein Film für ein Frauenmagazin sein, welches in einem Feature über Paar - und Sexualtherapie , diesen Film als Vorbild nimmt und damit für BDSM Lingerie/Fetischfirmen Product Placement macht.
Ein junger schöner Jean Louis Trintignant spielt die Hauptrolle, der von einem Regisseur, gespielt von Alain Robbe-Grillet, und seiner Gattin Catherine als sinistre Spielfigur mit perversen Fetischen ausgestattet wird. Allein der schönen und klugen, besser: aufgeweckten Catherine Robbe Grillet bei den Gesprächen mit ihrem Gatten zuzuschauen, ist eine schmerzliche Erkenntnis, daß einmal das Kino für Erwachsene uns daran teilhaben ließ. Catherine Robbe- Grillets BDSM Roman - unter dem Pseudonym Jeanne de Berg verfasst- wurde von Radley Metzger: als "The Image" aka "The Punishment of Anne" verfilmt. Jean Louis Trintignant spielte in den 70ern dann DAS WILDE SCHAF in der Regie von Michelle Deville. Ein Film, der den Anstoß zu diesem Text gab:http://derweisseshaiistgut.blogspot.com/2010/08/kopf-als-windbrecher.html
Hier nun zum Abschied bis zum nächsten Mal, der Film TRANS EUROPA EXPRESS aus dem Jahr 1967 in ganzer Länge, freestream:
Mittwoch, 11. Januar 2012
Momenaufnahmen aus einem maskulinistischen Kellerloch 10
MAN!!!
I am looking for a really good looking, witty, emotionally and financially secure, active, and fun man to support me. You pay my rent, you take me shopping, you take me out, and give me spending money and in return you get a hot, sexy, curvy, fun, energetic, charismatic, drama free Nympho on a regular basis, no emotional strings attached!
Please message me telling me about yourself with a pic and I will return the favor!
.....
In short...I am looking for a really great guy that has all the wonderful qualities that most girls want...romantic, sweet, smart, good conversationalist, and a stallion in bed....but I also love a man to offer all of the intriguing qualities and then....
invite me out on a date and grope me
order drink after drink after drink
eat like you are slaying your food and shovel it in your mouth
insist on kissing me, even though we just met...looking for a LTR
then come running after me after I leave and ask that I pay for my portion...because it didn't go your way!
and have the audacity to try and kiss me
if this sounds like you...do not respond!
I am a very simple, warmly person, passionate and very home oriented. I like to care for people and I celebrate men with caring heart. I'd like to spend great time with a man of my dream and when I am involve, I can go all out to make my man happy and proud of me in our relationship. I'm cool headed, nice to be with very welcoming and a good cook. I enjoy good music especially country and soul music. I consider myself a great lover; I desire a man that is full of life, funny and very passionate, a man that find pleasure in little things.
What I'm looking for a man is love; a man of good character, very attentive to love and to be loved, a man that will be capable to take good care of his family, able to face challenges that comes with relationship. I'm not the type the look at the physical appearance I'm after what the man has inside. I like your age though I don't see age difference important in a relationship, what I'm interested is real love deep from heart. I'm quiet convince with your age you will be serious in what you are looking for.
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Kulturagenda 2012 in Holland: Fragt eure Eltern!
Durch die radikalen Kürzungen des holländischen Kulturetats, ist auch das Fortbestehen der Jan van Eyck Academie in Maastricht bedroht. In den letzten 20 Jahren haben die Stipendiaten (internationale Künstler, Designer und Theoretiker) der Akademie ihre Studios, die auf dem Papier als Arbeitsräume zu nutzen sind, halblegal, aber stets geduldet, auch als Übernachtungsmöglichkeiten genutzt.
Der frischgebackene Direktor Lex ter Braak bringt nun frischen Wind in die seit den 50er Jahren bestehende Institution: er lässt die Stipendiaten aus den Studioräumen werfen, schafft ungefragt neue Maschinen an und verkündet, dass er in den Hallen der Academie (seit langem international bekannt wegen der Vermittlung von Theorie und Praxis, Experiment, Forschung in Kunst und Design) wieder "Farbe riechen" will. Ganz im Sinne der praxisorientierten neuen holländischen Rechten, steht das Theorie-Department der Akademie auf dem Spiel. Favorisiert werden stattdessen holländische, also nationale, Künstler.
Auf die Frage der Stipendiaten, wie sie ab sofort mit dem geringen Stipendium im teuren Maastricht eine eigene Unterkunft und die Lebenskosten bezahlen sollten, antwortete Lex ter Braak bei einem Treffen, sie mögen doch einfach ihre Eltern fragen.
Tipp: Wenn Sie in Maastricht geboren sind, erübrigt es sich, die Eltern zu fragen. Bzw.: Werden Eltern zukünftig die neuen Stipendiaten sein?
Image via Wikipedia
auf dem Foto: Lex ter Braak, neuer Direktor der Jan van Eyck Academie in Maastricht, Holland
Der frischgebackene Direktor Lex ter Braak bringt nun frischen Wind in die seit den 50er Jahren bestehende Institution: er lässt die Stipendiaten aus den Studioräumen werfen, schafft ungefragt neue Maschinen an und verkündet, dass er in den Hallen der Academie (seit langem international bekannt wegen der Vermittlung von Theorie und Praxis, Experiment, Forschung in Kunst und Design) wieder "Farbe riechen" will. Ganz im Sinne der praxisorientierten neuen holländischen Rechten, steht das Theorie-Department der Akademie auf dem Spiel. Favorisiert werden stattdessen holländische, also nationale, Künstler.
Auf die Frage der Stipendiaten, wie sie ab sofort mit dem geringen Stipendium im teuren Maastricht eine eigene Unterkunft und die Lebenskosten bezahlen sollten, antwortete Lex ter Braak bei einem Treffen, sie mögen doch einfach ihre Eltern fragen.
Tipp: Wenn Sie in Maastricht geboren sind, erübrigt es sich, die Eltern zu fragen. Bzw.: Werden Eltern zukünftig die neuen Stipendiaten sein?
auf dem Foto: Lex ter Braak, neuer Direktor der Jan van Eyck Academie in Maastricht, Holland
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Donnerstag, 5. Januar 2012
Momenaufnahmen aus einem maskulinistischen Kellerloch 9
Irgendwann, es muss 2010 gewesen sein, entschied ich mich, nicht mehr rein zu bleiben, wie die Jungfrau Maria. Sowieso ein Trug, angesichts meiner Biographie. Eine der Frauen, die mich damals aushielten, im doppeltem Sinne, hatte Anfang des Millenniums über mich gesagt, ich sei ein „Luxus-Mann.“ Bei diversen Barbecue–Partys, Diners, Brunches etc. zu denen wir eingeladen wurden – bzw. sie, als Dame mit bürgerlichem Ansehen, und ich als ihr Lebensabschnittspartner – stand ich oft da, sah mich von außen und versuchte, mein Selbstbild mit ihrem Bild des „Luxus-Mannes“ zusammenzubringen. Und dann flog es von dannen: das Selbstbewusstsein.
Die Charaktere/Figuren, die ich als Schauspieler verstehen und darstellen sollte, befriedigten mich immer weniger. Was musste man schon verkörpern? Emotionale Ausbrüche von Regisseuren, die so und so schnell zum Biedermeier des TV übergingen. Meist nicht einmal Ausbrüche, sondern reine Auswüchse mittelständiger German Angst.
„Luxus-Mann“ – was sollte das heißen? Dann ging alles sehr schnell. Verschwendete Obsessionen/Leidenschaften.
Der Riss war da. Wie sollte ich ihn kitten?
Ich war Mitte 40.
Es wurde Zeit.
Von Theater fange ich hier erst gar nicht an.
Ich beschließe, „mich“ ganz und gar zu verkaufen.
Wie kann ich weniger kauzig, eingefahren, starr und ganz simpel nicht wie ein alternder ewigjugendlicher Trotzkopf um die 40 wirken? Oder wie kann ich mir, der ich, wenn ich Jobs habe, in Billighotels, in Pensionen oder Künstlerwohnungen wohne, auf irgendwelchen Bühnen spiele oder mich bei Werbejobs für’n Appel und ’n Ei verkaufe, noch in den Spiegel ins Gesicht, in mein Gesicht, und nicht in das des Schauspielers, gucken?
Was sind das für Frauen, die sich für einen Nachmittag oder Abend einen Mann kaufen? Bei einem ersten Treffen mit einer Escort Firma, bei der ich in die nähere Auswahl komme, klärt mich die Inhaberin auf, das es noch wenig Frauen seien, der Markt aber größer und größer werde. Zumeist seien es starke Frauen, die einen Mann bestellten.
Die erste Escortfirma sagt ab, und ich verliere Interesse und Mut.
An einem anderen Tag, bewerbe ich mich pro forma bei einer Firma, die viel offensiver im Netz wirbt. Nach drei Wochen, als ich schon gar nicht mehr dran denke, bekomme ich eine Zusage. Ich soll anrufen, das tue ich. Ein Herr, der die Firma leitet, ist am Apparat. Über 200 Bewerbungen müsse er täglich bearbeiten, dennoch sei ich im Spiel; meine Fotos seien ansprechend genug.
Auf Anraten eines vormaligen Agenten habe ich mich im dunkelblauen Boss-Anzug, mit offenem weißen und dunklem Hemd ablichten lassen. Damit treffe ich als Escort-Herr den richtigen Geschmack.. Ich mache den Vorschlag, man möge mich „Robert“ oder „Pierre“ nennen („Roberte“ aus “Pierre“ Klossowskis Roman „Die Gesetze der Gastfreundschaft“).
Meine muskelbepackten, halbnackt fotografierten Kollegen auf der Firmenseite sind laut Angaben Unternehmer, Kaufmänner, Models, Fitnesstrainer und eben: Schauspieler. Der Firmenchef schickt mir eine Mail, er sei mit „Pierre“ einverstanden, der Name würde gut zu mir passen.
Französischer Film?
Wer sind die Kundinnen eines Männer-Escorts?
Frauen aus Mode, Pop und TV, Unternehmerinnen, das geht mir durch den Kopf. Frauen, ohne festen Partner, oder eben solche, die keine Lust mehr auf ihren Typ zu Hause haben, wie der Chef der Agentur sagte.
Mein Profil mit den Fotos ist online. Bei Wikipedia lese ich über Escorts, das es sich dabei oft um Männer handele, die unter Frauenhass litten, sozial und privat geächtet würden. Prompt bekomme ich ein schlechtes Gewissen.
.
„Am Samstag bietet ein junger albanischer Fliesenleger aktive Penetration als Gegenleistung für ein Beck's. Er ist nach Berlin gekommen, um Geld für seine Familie in Albanien zu verdienen. Prostitution findet er okay.“ (Taz 2010 über die Bar mit dem „Darkroom für alle“, FICKEN 3000 in Berlin)
Nach mir sind weitere zwei Schauspieler als Escortherren in der Berlin-Sektion dazu gekommen. Kommen Schauspieler bei Berliner Kundinnen so gut an, oder bewerben sich sowieso nur Schauspieler und Models? Oder lassen sie sich besser verkaufen als die Betriebswirte, Fitnesstrainer und Kaufmänner? Es bleibt spannend.
Heute hab ich der Model- und Schauspieleragentur bei der ich seit vier Wochen bin, eine Kündigungs-Mail gesendet. Die Antwort war eine beleidigte Leberwurst von Agenturmitarbeiter, der noch dazu unverschämt am Telefon wurde.
Ab und an treffe ich auf Frauen , die interessiert sind an Männer-Escorts, wie das wohl so mit denen ist, wollen sie wissen. Ich weiss es nicht.
Für mich lief in dieser Hinsicht leider gar nichts, keine Aufträge. Schon ein paar Monate später lösen die Escort-Agentur und ich den Vertrag auf. Eine Freundin interessiert sich vor allem für diese Männer, weil sie meint, dass ihr Mann mit 50 schlapp mache und will sich vorsorglich informieren. Das ist Postfeminismus. Die Freundin erzählt weiter, eine Bekannte habe mit ihr geschimpft, weil sie in einer festen Beziehung sei und dass sich in ihrem Liebesleben nichts getan habe: es ginge da weder offen, noch polygam zu und noch dazu gäbe es immer noch keinen Nachwuchs – nach Meinung ihrer Freundin, sei das so eben nix Halbes und nix Ganzes.
Die Charaktere/Figuren, die ich als Schauspieler verstehen und darstellen sollte, befriedigten mich immer weniger. Was musste man schon verkörpern? Emotionale Ausbrüche von Regisseuren, die so und so schnell zum Biedermeier des TV übergingen. Meist nicht einmal Ausbrüche, sondern reine Auswüchse mittelständiger German Angst.
„Luxus-Mann“ – was sollte das heißen? Dann ging alles sehr schnell. Verschwendete Obsessionen/Leidenschaften.
Der Riss war da. Wie sollte ich ihn kitten?
Ich war Mitte 40.
Es wurde Zeit.
Von Theater fange ich hier erst gar nicht an.
Ich beschließe, „mich“ ganz und gar zu verkaufen.
Wie kann ich weniger kauzig, eingefahren, starr und ganz simpel nicht wie ein alternder ewigjugendlicher Trotzkopf um die 40 wirken? Oder wie kann ich mir, der ich, wenn ich Jobs habe, in Billighotels, in Pensionen oder Künstlerwohnungen wohne, auf irgendwelchen Bühnen spiele oder mich bei Werbejobs für’n Appel und ’n Ei verkaufe, noch in den Spiegel ins Gesicht, in mein Gesicht, und nicht in das des Schauspielers, gucken?
Was sind das für Frauen, die sich für einen Nachmittag oder Abend einen Mann kaufen? Bei einem ersten Treffen mit einer Escort Firma, bei der ich in die nähere Auswahl komme, klärt mich die Inhaberin auf, das es noch wenig Frauen seien, der Markt aber größer und größer werde. Zumeist seien es starke Frauen, die einen Mann bestellten.
Die erste Escortfirma sagt ab, und ich verliere Interesse und Mut.
An einem anderen Tag, bewerbe ich mich pro forma bei einer Firma, die viel offensiver im Netz wirbt. Nach drei Wochen, als ich schon gar nicht mehr dran denke, bekomme ich eine Zusage. Ich soll anrufen, das tue ich. Ein Herr, der die Firma leitet, ist am Apparat. Über 200 Bewerbungen müsse er täglich bearbeiten, dennoch sei ich im Spiel; meine Fotos seien ansprechend genug.
Auf Anraten eines vormaligen Agenten habe ich mich im dunkelblauen Boss-Anzug, mit offenem weißen und dunklem Hemd ablichten lassen. Damit treffe ich als Escort-Herr den richtigen Geschmack.. Ich mache den Vorschlag, man möge mich „Robert“ oder „Pierre“ nennen („Roberte“ aus “Pierre“ Klossowskis Roman „Die Gesetze der Gastfreundschaft“).
Meine muskelbepackten, halbnackt fotografierten Kollegen auf der Firmenseite sind laut Angaben Unternehmer, Kaufmänner, Models, Fitnesstrainer und eben: Schauspieler. Der Firmenchef schickt mir eine Mail, er sei mit „Pierre“ einverstanden, der Name würde gut zu mir passen.
Französischer Film?
Wer sind die Kundinnen eines Männer-Escorts?
Frauen aus Mode, Pop und TV, Unternehmerinnen, das geht mir durch den Kopf. Frauen, ohne festen Partner, oder eben solche, die keine Lust mehr auf ihren Typ zu Hause haben, wie der Chef der Agentur sagte.
Mein Profil mit den Fotos ist online. Bei Wikipedia lese ich über Escorts, das es sich dabei oft um Männer handele, die unter Frauenhass litten, sozial und privat geächtet würden. Prompt bekomme ich ein schlechtes Gewissen.
.
„Am Samstag bietet ein junger albanischer Fliesenleger aktive Penetration als Gegenleistung für ein Beck's. Er ist nach Berlin gekommen, um Geld für seine Familie in Albanien zu verdienen. Prostitution findet er okay.“ (Taz 2010 über die Bar mit dem „Darkroom für alle“, FICKEN 3000 in Berlin)
Nach mir sind weitere zwei Schauspieler als Escortherren in der Berlin-Sektion dazu gekommen. Kommen Schauspieler bei Berliner Kundinnen so gut an, oder bewerben sich sowieso nur Schauspieler und Models? Oder lassen sie sich besser verkaufen als die Betriebswirte, Fitnesstrainer und Kaufmänner? Es bleibt spannend.
Heute hab ich der Model- und Schauspieleragentur bei der ich seit vier Wochen bin, eine Kündigungs-Mail gesendet. Die Antwort war eine beleidigte Leberwurst von Agenturmitarbeiter, der noch dazu unverschämt am Telefon wurde.
Bin ich überhaupt geschaffen für ein Escort-Mann, ein Damen-Begleiter? Ein interessanter Liebhaber sein! Ein Gentleman? Und muss ich dazu vorher zum Therapeuten?
Ab und an treffe ich auf Frauen , die interessiert sind an Männer-Escorts, wie das wohl so mit denen ist, wollen sie wissen. Ich weiss es nicht.
Für mich lief in dieser Hinsicht leider gar nichts, keine Aufträge. Schon ein paar Monate später lösen die Escort-Agentur und ich den Vertrag auf. Eine Freundin interessiert sich vor allem für diese Männer, weil sie meint, dass ihr Mann mit 50 schlapp mache und will sich vorsorglich informieren. Das ist Postfeminismus. Die Freundin erzählt weiter, eine Bekannte habe mit ihr geschimpft, weil sie in einer festen Beziehung sei und dass sich in ihrem Liebesleben nichts getan habe: es ginge da weder offen, noch polygam zu und noch dazu gäbe es immer noch keinen Nachwuchs – nach Meinung ihrer Freundin, sei das so eben nix Halbes und nix Ganzes.
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Freitag, 23. Dezember 2011
Momenaufnahmen aus einem maskulinistischen Kellerloch 8
Freitag, 16. Dezember 2011
Momenaufnahmen aus einem maskulinistischen Kellerloch 7
Cover of Lux InteriorIch lerne einen israelischen Esoteriker kennen und verabrede mich zum Gesprächstermin. Seiner Vita zufolge studierte er transmediale Meditation, interessiert sich für Kabbala, Numerologie, sowie hebräische Mystik. In freien Akademien und Kursen hat er Sound- und Videoediting gelernt und lebt abwechselnd hier und in Kanada. Nun will er einen spirituellen Work-in-progress Film machen, der therapeutisch sein soll. Nacktheit, äußerlich und innerlich inklusive; er zahlt pro Session. Ich bin neugierig. Er will bei mir zuhause filmen, natürlich, so hat er keinen Aufwand, der Spinner, denke ich mir. Mein Besucher entpuppt sich als Vollblut-Amateur.
Der Videofilm, den er mir dann zeigt, insbesondere die Darstellung des Schauspielers, ist miserabel. Er entschuldigt sich damit, dass es in seinem Film eben nicht darauf an käme, es ginge um etwas anderes. Nach einer weiteren zähen Stunde, rückt er endlich mit der Sprache heraus, er fragt mich nach Nacktheit und Erotik im Film und ob mir ein Mann oder Frau lieber wäre. Ich sage, egal, und dass ich keine Probleme hätte mit einem Mann – das meine ich ernst als Schauspieler. Dann bringt er eine uralte schwule Männerfantasie an, die von der Antike - ich denke an Ernest Bornemanns Ausführungen im DAS PATRIARCHAT- bis heute, sprich: die Erotik, die zwischen Lehrern und Schülern sowie Kirchenmännern, in Gymnasien und in Universitäten seit der Antike eine Tradition hat. Mit Frauenkörpern habe er ein Problem, sie wären immer zu sexuell. Jetzt bin ich gespannt, wann er die nächste Fantasie preisgeben wird. Also habe ich einen weiteren Termin ausgemacht. Er will Aktaufnahmen mit mir machen, um „auf eine Ebene“ mit mir zu gelangen, wie er sagt. Ausserdem soll ich ihm einen jungen Mann empfehlen, der im Film meinen Schüler spielen könnte. Er sei hier neu und kenne niemanden.
Zwei Wochen später findet die Fotosession statt. Er sieht ein, das ich nichts Psychologisches von mir zeige, ohne das er ein Spiel eröffnet, und dass die „innere und äußere Nacktheit“ die er von mir will, ihm nicht einfach so zuspringt.
Fairer Deal.
Ich bin eben doch nicht Masochist genug, um mich auf ein so unfaires Spiel einzulassen, in dem er so mir nix Dir nix in mich hineinblicken kann. Da muss er, der eine eindeutige sadistische Ader hat, schon mit mehr locken. Das ist der Deal bei diesem Tauschgeschäft. Aber dann rückt er endlich heraus mit der Idee, die ich unschwer erahnt hatte, einen Film über eine Beziehung zwischen einem Priester und einem Jungen zu machen. Ha! wusste ich’s doch.
Männer- und Jungenkörper sind heute heisser begehrt denn je.
Allerdings kann kaum jemand mit der zeitgenössischen „Boylesque“-Shows etwas anfangen. Das war früher einmal interessanter als heute, als Heteros und Homos wie Freddie Mercury, David Bowie, Iggy Pop, Marc Bolan und auch Mick Jagger als „Boylesque“-Perfomer Frauen parodiert haben. Sie agierten androgyn oder besser gesagt: maskulin-feminin. Auch das schwule Agieren von Kinks -Frontman Ray Davies Anfang der 70er auf der Bühne, war interessant. Und nicht zuletzt Lux Interior von den Cramps, nackt, ganzkörperrasiert, nur mit High-Heels und super engen Lackstrumpfhosen bekleidet, die Punkschuppen rockend.
Heute ist es der amerikanische Bolan-Nachfolger Devendra Banhart, der das Androgyne weiter treibt. In Berlin gibt es das stets halbnackte Sauftier T. Raumschmiere und bis Mitte 2000 war Boy from Brazil Berlins verlässlicher Lux Interior-Imitator; der 20 Jahre jüngere Namosh gesellte sich dazu, aber er strippt nur noch ab und an zu seiner Musik. Im Film war es Pierre Clementi, der für europäische Regisseure wie Buñuel, Garrel, Pasolini oder auch Liliana Cavani den Pin-up-Boy spielte.
Zum Format „Boylesque“ liest man in Frauenforen, dass Bauarbeiter für eine Frau erotischer seien als eben Männer, die wie Frauen tanzen – das noch einmal zum Thema Frauen und Chauvinsmus. In der Fashionwelt wimmelt es geradezu von Ladyboys.
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