Dienstag, 22. November 2011

Momentaufnahmen aus einem maskulinistischen Kellerloch 5


Frans Zwartjes: Birds

O., 23 Jahre, ist meine neue Schauspielschülerin und ich gebe ihr in ihrer Wohnung Privatstunden. Ihren Eltern in Griechenland erzählt sie, sie studiere.Sie will von sich und ihrem Selbst wegkommen, wie sie sagt und ist der Überzeugung, Schauspielen sei masochistisch, was ich ihr in den folgenden Stunden auszureden versuche.
Die ersten Stunden waren zaghaft. Sie will die Kontrolle und selbst entscheiden, wann sie genug Stunden hinter sich hat. Vor dem ersten Treff mit O. stelle ich mir vor, ich sei eine Romanfigur von Alasdair Gray oder in DER LETZTE TANGO IN PARIS. Auf dem Weg zu ihrer Wohnung (ich wusste, dass sie sexy ausschaut) kam ich mir wie in einem Erotikdrama der 70er Jahre vor. Als ich dann tatsächlich vor ihr stand, eben als ihr Coach und nicht als Typ, war jede Remineszenz an eine Tinto Brass oder Alain Robbe Grillet-Szenerie verpufft. Ich gebe ihr den finalen Monolog aus LA MAMAN ET LA PUTAIN zum Lernen, der einiges in ihrer Sicht auf den Alltag und ihr Leben, bei ihr ausgelöst habe, wie sie mir später sagt. Ein paar Monate später drehen wir ein erstes Video mit ihr, indem sie einen von mir geschriebenen Monolog im Stil eines Videodiarys spricht. Der Film ist auf youtube und Vimeo zu sehen und ich höre aus den Kommentaren, insbesondere weiblicher Freunde, das eben nicht nur mit mir die Fantasie durchgegangen ist, wenn ein Mann um Mitte Vierzig einer Anfangzwanzigjährigen sehr gut aussehenden Frau private Schauspielstunden gibt.


George Kuchar: I, an Actress
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1 Kommentare:

  1. Gibt's hier auch was über extrem gut aussehende Frauen, die sich vor der Kamera exibitionieren und dabei eine Zigarette rauchen?

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